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Biographisches zu Erwin Ringel

Dieser Text wurde von der Witwe Dr. Angela Ringel-Ferdinandy, Wien, für die 2000 zur Stiftungsgründung erschienenen  Broschüre zur Verfügung gestellt.

Erwin Ringel wurde 1921 in Temesvar (dzt. Rumänien) geboren. Er lehrte als Professor für Psychosomatik und Medizinische Psychologie an der Universität Wien und war Verfasser zahlreicher Bücher und Artikel, die auch fächerübergreifend zu Kunst, Literatur, Religion und Gesellschaftspolitik Bezug nehmen.

Er war einer der bedeutendsten Psychiater Österreichs in der Nachkriegszeit. Als Individualpsychologe hat er sich stets auch auf gesellschaftspolitischer Ebene in der Öffentlichkeit für die psychische Gesundheit der Menschen eingesetzt, die Rechte der Schwachen leidenschaftlich verteidigt.

Weltweit wurde er als Selbstmordforscher und Selbstmordverhüter bereits in jungen Jahren bekannt und anerkannt.

1948 hat er das erste Selbstmordverhütungszentrum Europas im Rahmen der Lebensmüdenfürsorge der Caritas in Wien aufgebaut.

1953 dann beschrieb er das „Präsuizidale Syndrom“, nachdem er due psychische Befindlichkeit und Anamnese von 745 geretteten Selbstmördern analysiert hatte und die markanten Gemeinsamkeiten herausarbeiten konnte. Das „Präsuizidala Syndrom“ wird heute noch in der Selbstmordverhütung weltweit als gültiger Indikator zur Erkennung der Selbstmordgefahr anerkannt und verwendet.

Erwin Ringel hat nicht nur ein wissenschaftliches Instrument für die Erkennung der Selbstmordgefahr geschaffen, vielmehr war er selbst während seines ganzen Lebens ein leidenschaftlich engagierter Selbstmordverhüter. Er hat wahrscheinlich vielen Menschen das Leben gerettet, ihnen vermittelt, dass das Leben lebenswert ist. Er hat Fachleute zur Selbstmordverhütung bewegt und auch in der Öffentlichkeit die Mitmenschen informiert, welche Möglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen, Menschen in Selbstmordgefahr zu helfen.

1960 gründete Erwin Ringel die Internationale Gesellschaft für Selbstmordverhütung (IASP), die heute in 58 Längern weltweit vielen Menschen hilft, das Leben zu bejahen.

Erwin Ringel starb 1994 in Bad Kleinkirchheim/Kärnten.

Nach seinem Tod haben die Österreichische Bundesregierung und die Stadt Wien gemeinsam die „Stiftung Erwin Ringel Institut“ ins Leben gerufen, um den Geist seines Lebenswerkes zu bewahren und fortzusetzen. Das Erwin Ringel Institut befindet sich in 1090 Wien, Severinggasse 3 (bitte Link hierzu setzen) in den Räumen, in denen Erwin Ringel in den letzten Jahren gearbeitet hat. Der Vorstand des Instituts freut sich, dass nun in Deutschland für die Unterstützung der Selbstmordverhütung die „Erwin-Ringel-Stiftung“ ins Leben gerufen wird und wünscht zu dieser Arbeit viel Erfolg.

Dr. Angela Ringel

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